WHO: Bis zu 45 Prozent des Demenz-Risikos durch Lebensstil beeinflussbar

2026-07-20
WHO: Bis zu 45 Prozent des Demenz-Risikos durch Lebensstil beeinflussbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass fast die Hälfte aller Demenzfälle durch gezielte Anpassungen des Lebensstils vermieden werden könnten.

Prävention durch Verhaltensänderung

Neue Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rücken die Bedeutung individueller Lebensgewohnheiten bei der Prävention von Demenzerkrankungen in den Fokus. Aktuellen Einschätzungen zufolge lassen sich bis zu 45 Prozent des Risikos für eine Demenz durch modifizierbare Faktoren beeinflussen.

Dies bedeutet, dass ein erheblicher Teil der neurologischen Erkrankungen nicht allein genetisch bedingt ist, sondern durch äußere Umstände und das persönliche Verhalten maßgeblich mitbestimmt wird. Die WHO setzt damit ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der primären Prävention im öffentlichen Gesundheitswesen.

Zentrale Einflussfaktoren

Obwohl die genaue Zusammensetzung der Risikofaktoren variieren kann, identifiziert die Organisation bestimmte Lebensbereiche, die für das Risiko entscheidend sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Herz-Kreislauf-Gesundheit: Die Kontrolle von Bluthochdruck und Cholesterinspiegel spielt eine zentrale Rolle.
  • Ernährungsweise: Eine ausgewogene Ernährung kann langfristige Auswirkungen auf die Gehirngesundheit haben.
  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung wirkt sich schützend auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.
  • Mentale Stimulation: Lebenslanges Lernen und soziale Teilhabe werden als schützende Faktoren eingestuft.
  • Vermeidung von Schadstoffen: Der Verzicht auf Tabak und die Reduzierung von Schadstoffbelastungen senken das Risiko signifikant.

Strategische Bedeutung für das Gesundheitssystem

Die Erkenntnis, dass fast die Hälfte der Fälle beeinflussbar ist, stellt eine Herausforderung, aber auch eine Chance für die globale Gesundheitspolitik dar. Präventionsmaßnahmen könnten die langfristige Belastung der Gesundheitssysteme durch die steigende Zahl älterer Menschen reduzieren.

Die WHO empfiehlt, die Aufklärung über diese Faktoren zu intensivieren, um Menschen frühzeitig zu befähigen, ihre kognitive Gesundheit proaktiv zu schützen. Die Implementierung solcher Strategien erfordert jedoch koordinierte Anstrengungen zwischen staatlichen Institutionen und dem medizinischen Sektor.

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